Saint-Vith (Sankt Vith) 4780

Rote Teufel feiern Gruppensieg: „Ein unvergessliches Wochenende“

Beim Sieg der Roten Teufel gegen Finnland in St. Petersburg waren nicht viele belgische Fans live im Stadion dabei. Das Ehepaar Benker aus St. Vith aber schon. Der erwartete Spaziergang war es nicht - "aber im Stadion hatten wir eigentlich nie den Eindruck, dass die Belgier schwach spielen", erzählt Pierre Benker.

Es war kein souveräner Sieg der Roten Teufel gegen Finnland - aber unterm Strich ist das egal. Belgien ist Gruppensieger und das mit der vollen Punktzahl. "Die Stimmung war schon tagsüber in der Stadt eigentlich bestens", erzählt Pierre Benker. "Es waren sehr viele Finnen unterwegs, gefühlt waren auch im Stadion die Hälfte der Zuschauer Finnen. Die hatten ja auch eine relativ kurze Anreise." "Ich schätze mal es waren so um die 300 Belgier im Stadion, für ein Auswärtsspiel der Roten Teufel relativ wenig. Also wir haben da schon andere Spiele in Frankreich oder bei der WM in Russland gehabt, da waren deutlich mehr Fans da. Die Stimmung war aber bei den belgischen Fans eigentlich auch gut." [gtaudio 5584d9] Nur das Wetter hat ein bisschen auf die Stimmung gedrückt, beschreibt Benker. "Hier ist es sehr warm und sehr schwül. Und das hat man auch vielleicht bei der belgischen Mannschaft gesehen. Die hat ganz einfach die Ruhe behalten, clever nach vorne gespielt, das Spiel kontrolliert. Man sah eigentlich schon im Stadion, dass die Finnen eigentlich gar keine Chance hatten, irgendwie mal gefährlich nach vorne zu kommen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann wir diese finnische Beton-Abwehr knacken konnten. Was ja auch im Endeffekt passiert ist." Die Zuschauer im Stadion haben wirklich etwas geboten bekommen, findet Benker. "Im Fernsehen war das Spiel vielleicht nicht so interessant, aber im Stadion selber hatten wir eigentlich nie den Eindruck, dass die Belgier schwach spielen. Die hatten absolute Kontrolle über das Spiel. Die muss nur mal Lücke finden und haben sich in der ersten Halbzeit sehr schwer getan." "Man merkte aber schon Anfang der zweiten Halbzeit: Irgendwann kommt eine Lücke. Die ersten Abschlüsse waren noch schwach. Danach sind aber die Fehler eiskalt ausgenutzt worden. Die belgische Mannschaft ist mittlerweile sehr erfahren. Und die kriegen das schon geschaukelt, bleiben cool, lassen sich Zeit und schlagen im richtigen Moment zu. Es ist auf jeden Fall ein unvergessliches Wochenende." [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Hendrik van Crombrugge beim Training der Roten Teufel im Juni 2019 (Bild: Bruno Fahy/Belga)[/caption] "Finnland war mit einer Fünferkette und einem tiefen Block gut organisiert - eine harte Nuss zu knacken. Vorteil bleibt, dass wir mit den Roten Teufeln so viele individuelle Qualitäten haben, um trotzdem so ein Spiel zu gewinnen. Das ist ein Riesenunterschied zum letzten großen Turnier. Für mich ist Belgien nicht der große Favorit, aber gehört auf jeden Fall zu den Favoriten." Hendrik Van Crombrugge, Torhüter des RSC Anderlecht [gtaudio 5584d8] [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Die Brille in belgischen Farben, die Maske in finnischen: BRF-Kollegin Katrin Büchler am Montagabend (Bild: privat)[/caption] "Herzlichen Glückwunsch für euren Sieg, aber ich hätte es den Finnen sehr gegönnt. Ich habe nämlich sieben Jahre lang dort gelebt und weiß, dass die Finnen sich schon seit 2010 auf diese EM gefreut haben. Wir haben schon 2010 gesagt, 2020 wäre es ja eigentlich gewesen. Ja, ich hätte es einfach den Underdogs gegönnt." Katrin Büchler, BRF-Studio Brüssel [gtaudio 5584d7]

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