Bullange (Büllingen) 4760

Traiteurdienst in der Pandemie: Aus Partyservice Schmidt wird „Nimm’s Schmidt“

Acht Feste pro Wochenende, das war Alltag für den Partyservice Schmidt aus Büllingen vor Corona. Seit einem Jahr ist das aber undenkbar. Die Schürze an den Nagel hängen wollte der Traiteur aber nicht. Festessen gibt es weiterhin - nur ohne die Feste. Wie läuft der Betrieb während Corona weiter?

Seit einem Jahr ist das Buffet-Zubehör von Partyservice Schmidt quasi unbenutzt. Dennoch herrscht in der Küche Hochbetrieb. Statt Essen für Events bereiten die Mitarbeiter alles für den To-Go-Betrieb vor. "Unsere Arbeit hat sich drastisch verändert, indem wir jetzt nicht mehr vor dem Gast kochen, sondern für den Gast alles verpacken in Fertiggerichte", erklärt Kurt Schmidt, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Anita leitet. "Wir liefern in Supermärkte, und in unserem Automaten. Wir machen am Wochenende To-Go-Menüs. Uns fehlt jetzt natürlich der direkte Kundenkontakt." Bereits vor zwei Jahren hat die Produktion von Fertiggerichten für Supermärkte begonnen. Ein zweites Standbein, das sich jetzt auszahlt. Denn eine Perspektive, wann Traiteurservice auf Veranstaltungen wieder möglich ist, gibt es nicht. "Dieses Jahr rechnen wir nicht damit. Wir werden das letzte Glied in der Kette sein, die öffnen dürfen." "Selbst wenn die Restaurants öffnen, dürfen wir wahrscheinlich nicht arbeiten. Auch letztes Jahr im Sommer durften wir maximal zehn Personen zuhause beköstigen. Aber größere Feiern wie Hochzeiten werden wahrscheinlich wieder nicht für uns drin sein." Kreative Lösungen mussten also her. Aus Partyservice Schmidt wurde "Nimm's Schmidt". Neben den Fertigprodukten im Supermarkt gibt es die Produkte nun im Automaten und seit Dezember auch das eigene Geschäft in Büllingen. "Unser Geschäft ist geöffnet donnerstags, freitags und sonntags. Hier können die Leute einkaufen kommen: Fertiggerichte, aber auch selbstgemachte Produkte wie Soßen und Marmeladen. Wir machen auch Präsentkorbe, die wir individuell gestalten. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei", sagt Anita Schmidt. Das Sortiment wächst - auch dank der Ideen von Tochter Esther. Seit einem Jahr ist sie Teil des Betriebs und gestaltet jede Woche Menüs. An den Wochenenden werden davon mehr als 100 in die ganze DG ausgeliefert. Auch in der Region Aachen und in Luxemburg sind treue Kunden. Dennoch hat sich Esther die Arbeit anders vorgestellt. "Ich habe mich schon gefreut auf die Feste und dachte, ich könnte hier richtig mit durchstarten. Die letzten Feste habe ich noch mitgekocht, aber dann fing die Pandemie an." Ob sie den Betrieb eines Tages übernimmt, will sie daher noch nicht entscheiden. Schließlich soll der Fokus später wieder auf Festen liegen. [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Anita und Kurt Schmidt in ihrem Laden in Büllingen (Bild: Raffaela Schaus/BRF)[/caption]

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