Eupen 4700

Wie denken Schüler und Lehrer über die Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht?

Alle Sekundarschüler sind nun wieder zurück in den Klassen. Nach mehr als sechs Monaten ist auch für die zweite und dritte Sekundarstufe der wöchentliche Wechsel von Schul- und Fernunterricht beendet. Wie haben die Schüler und Lehrer den ersten Tag erlebt - zum Beispiel an der Pater-Damian-Sekundarschule in Eupen?

In der Schülerschaft gab es ein geteiltes Echo zum Unterrichts-Neustart: Viele Jugendliche waren froh, ihre Freunde wiederzusehen. Außerdem sei es jetzt wieder etwas lebhafter im Unterricht, gaben einige Schüler an. Einigen sei es zu Hause schwer gefallen, sich zu motivieren. Auch für die Vorbereitung auf die anstehenden Prüfungen sei der Wegfall des Hybridunterrichts positiv. Andererseits gab es auch besorgte Stimmen unter Schülern: So könnten in vollen Klassenräumen, Schulfluren und Linienbussen die Abstandsregeln nur schwer oder gar nicht eingehalten werden, gaben einige zu bedenken. Außerdem gebe es Unterschiede zwischen den Lerngruppen, was die Wissensvermittlung während der Zeit des Hybridunterrichts anbelangt. So seien einige Schüler weiter als andere, hieß es. [gtaudio 557f1b] Auch Schulleiterin Marie Kever sieht den Schritt zurück zur Schul-Normalität mit gemischten Gefühlen: "Ich bin auf der einen Seite glücklich, dass alle Schülerinnen und Schüler wieder da sind - weil so eine Schule mit nur einer Hälfte Schüler ist halt nicht das Gleiche mit viel weniger Leben drin. Auf der anderen Seite sind wir natürlich auch alle ein bisschen beunruhigt bezüglich des Infektionsgeschehens. Aber wie auch das ganze Schuljahr schon, machen wir auch daraus das Beste und versuchen die AHA-Regeln, so gut es geht, zu berücksichtigen und uns gegenseitig zu unterstützen." "Ich bin aber auch vor allen Dingen glücklich, dass die Schüler zum Abschluss des Schuljahres jetzt noch einmal zusammenkommen können und vor allen Dingen, dass die Doppelbelastung des Hybridunterrichts für unsere Lehrer aufgehoben wird - weil die Lehrer haben wirklich Unglaubliches geleistet im letzten halben Jahr, um den Kompetenzerwerb der Schüler weiter fortzuführen." Sandra Krupa unterrichtet an der PDS die Fächer Informatik, Sozialkunde und Wirtschaft. Auch sie ist zwiegespalten: "Also bisher habe ich gedacht, dass das eine Chance ist, dass man alle sieht. Aber man hat natürlich auch ein bisschen Bedenken, dass jetzt wieder so viele auf einmal in der Klasse sind - besonders wenn man auch in den anderen Primarschulen hört, dass die jetzt schließen." Auch Mathelehrer Emmanuel Leroy war es nicht mehr gewohnt, so viele Schüler auf einmal zu sehen, sagt er. Die große Anzahl von Schülern vor ihm habe ihn etwas erschrocken. Im Unterricht war es am ersten Tag in voller Präsenz nach so vielen Monaten etwas unruhiger - denn die Schüler, die sich ja teilweise lange Zeit nicht mehr gesehen hatten, hatten viel zu bereden, und so gab es viel Geplauder und Getuschel im Klassenraum. [gtaudio 557f1c]

Retrouvez l'article original sur BRF