Saint-Vith (Sankt Vith) 4780

Pro D&P: St. Vither Traditionsdruckerei zieht nach Luxemburg

Die Digitalisierung und die Corona-Krise setzen den Druckereien zu. Das St. Vither Traditionshaus Pro D&P behauptet sich seit mehr als 40 Jahren auf dem Markt. Mit dem Umzug nach Luxemburg und einer Fusion brechen für die Druckerei neue Zeiten an.

Drucken, stanzen und kleben - das gehört zum Tagesgeschäft der Druckereien. Pro D&P wickelt seit vier Jahrzehnten Druckaufträge ab. 2010 ist Grafikdesigner Pierre Benker in das St. Vither Traditionshaus eingestiegen. "Die Druckerei Pro D&P gibt es seit April 1978", erzählt er. "Damals haben einige ehemalige Mitarbeiter der Druckerei Doepgen in St. Vith sich selbstständig gemacht, u.a. Bernhard und Alfons Henkes und Albert Jacoby, um nur einige zu nennen." Bis auf wenige ausrangierte Maschinen steht die alte Produktionshalle in der Friedensstraße leer. Allerdings, und das ist dem Geschäftsmann wichtig: Das Büro in St. Vith bleibt als Anlaufstelle erhalten. Alle Maschinen sind nach Ulflingen umgezogen, denn dort wird seit Anfang dieses Jahres produziert. "Es ist schon so, dass wir eigentlich einen sehr komplementären Maschinenpark haben. Wir hätten aber nochmal in eine kleine Vier-Fünf-Fachmaschine investieren müssen und hier in Troisvierges stand so eine Maschine schon, die unseren Ansprüchen gerecht wurde. Und so konnten wir das Ganze optimieren." Das Zauberwort, um in der Branche bestehen zu können, lautet Spezialisierung. Pro D&D ist Experte in Sachen Verpackung und bringt viele ostbelgische Kunden mit. Der Fusionspartner Exe macht in Broschüren und ist sehr aktiv auf dem luxemburgischen Markt. Pierre Benker trug sich schon seit Langem mit dem Gedanken, die Produktionsfläche zu vergrößern. Als der Exe-Firmengründer Mario Treis einen Nachfolger suchte, ergriff er die Gelegenheit. "Hier in Troisvierges in Luxemburg verfügen wir über 3.000 Quadratmeter. Das ist eigentlich der größte Punkt und hier konnten wir relativ schnell umziehen. In St. Vith hätten wir bauen müssen. Das war finanziell auch nicht geklärt. Das hätte mit Sicherheit noch zwei bis drei Jahre gedauert und diese Möglichkeit gibt es nur einmal im Leben. Da haben wir zugeschlagen." Die Corona-Krise geht nicht spurlos an den Druckereien vorbei. Relativ stabil sind die Hauptaktivitäten wie Verpackungen und Broschüren geblieben. Stark eingebrochen sind die kommerziellen Druckaufträge. "Bei den Geschäftsdrucksachen gab es natürlich ein sattes Minus. Ich schätze, dass wir 50 Prozent Umsatzeinbußen in diesem Bereich hatten", bedauert Benker. "Da wir aber so breit aufgestellt sind, konnten wir das relativ gut abfangen. Bisher haben wir nur im letzten Frühjahr auf Kurzarbeit zurückgreifen müssen." Und dennoch: In der Corona-Zeit sei es gelungen, neue Produkte zu entwickeln und neue Kunden anzuwerben. "In der ersten Phase, der ersten Welle, haben wir uns die Zeit genommen, um neue Produkte im Bereich Verpackung zu entwickeln. Wir verfügen jetzt über circa 20 Produkte, die wir kleinen und mittleren Brauereien anbieten können und von denen wir schon einige erfolgreich im Herbst umgesetzt haben." Der Wettbewerb verschärfe sich schon seit Jahrzehnten. Um gegen Online-Druckereien bestehen zu können, müssten passgenaue Lösungen her. "Ich habe unseren Beruf noch von Hand gelernt - wie die meisten unserer Mitarbeiter. Es ist aber so, dass seit den 90er Jahren gerade im Druckbereich sehr viel Digitalisierung stattgefunden hat", sagt Benker. "Man muss genau schauen, was sind die interessanten Maschinen, die interessanten Märkte, wo sind die Nischen, in denen man sich platzieren kann. Man muss natürlich immer weiter investieren, das richtige Know-How haben und dementsprechend die Mitarbeiter schulen. Nur so kann man heutzutage in dem Bereich Druckerei überleben." Seit der Fusion zählt Exepro 30 Mitarbeiter. Das Unternehmen sieht sich für die Zukunft gewappnet und dennoch müsse man immer am Ball bleiben. Dieser Devise möchte Pierre Benker auf jeden Fall treu bleiben.

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