Bullange (Büllingen) 4760

Startschuss für die Regiejagd in der Gemeinde Büllingen

Die Gemeinde Büllingen geht neue Wege in der Waldbewirtschaftung und der Jagd. Dazu gehört auch, dass die Regiejagd eingeführt wird. So soll der Wildbestand auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Im Wald bei Rocherath-Krinkelt geht es hoch her. Bretter werden gebohrt und zusammengebaut. Die Gemeinde bereitet das 900 Hektar große Waldgebiet auf die Regiejagd vor. "Die Förster und Waldarbeiter stellen Hochsitze auf. Diese hier haben sie selbst gebaut unter Anleitung der Förster", erklärt Forstschöffe Reinhold Adams. "Das ist Holz aus unserem Wald, das letztes Jahr geschlagen wurde. Es ist Douglasienholz, das im Sägewerk zugeschnitten und gesägt wurde." Der Klimawandel mache den Wäldern zu schaffen. Hinzu komme, dass es zu viele Wildschweine, Hirsche und Rehe im Wald gebe. Für Bürgermeister Friedhelm Wirtz ist ein Umdenken unerlässlich. "Im Mai 2019 hat die Wallonische Region ein Audit in unseren Gemeindewäldern abgehalten. Das Ergebnis zeigte eine klare Schieflage im Wild-Wald-Gleichgewicht." "Wenn wir an diesem Umstand nicht sehr schnell etwas ändern, dann liefen wir Gefahr, dass wir diese PEFC-Zertifizierung verlieren" ... und dann könne die Gemeinde sich nicht mehr auf dem Holzmarkt behaupten. Büllingen sei auf den Holzverkauf angewiesen und müsse den Jagdbetrieb anpassen. "Wenn wir die Jagd nicht effizient gestalten, dann haben wir viele Schäden, d.h. Verbiss und Schälschäden, und damit wird das Holz minderwertig. Die ersten Meter sind ja geschält und das ist das Beste am Stamm. Deshalb ist die effiziente Jagd unabdingbar", sagt Reinhold Adams. Mischwälder sind nachhaltiger als reine Fichtenkulturen. Eine intensivere Jagd trage dazu bei, dass eine Pflanzenvielfalt entsteht. Zudem biete die Regiejagd einheimischen und auswärtigen Jägern die Gelegenheit, zu moderaten Preisen anzusitzen. "Wir haben im Lastenheft festgehalten, dass die Begehungsscheine zu 50 Prozent für die einheimischen Jäger und Jägerinnen sind, d.h. die in der Gemeinde Büllingen wohnen. Sie dürfen 50 Prozent der Scheine zu einem Festpreis erwerben und die anderen 50 Prozent werden per Submission an den Meistbietenden vergeben." Es ist ein neuer Schritt - für die Waldbewirtschaftung und die Jagd. Denn Wald und Wild gehören untrennbar zusammen.

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