Bullange (Büllingen) 4760

Nachhaltig und trotzdem bunt: Büllingerin macht faire Kindermode

Die Modeindustrie hat keinen guten Ruf. Nach der Ölindustrie gilt sie als der zweitgrößte Umweltverschmutzer auf der Welt. Eine Modedesignerin aus Büllingen hat deshalb eine gute Stelle in der Modeindustrie hinter sich gelassen, um faire und nachhaltige Mode für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren herzustellen. Das Modelabel trägt den Namen "Marraine Kids".

Alexandra Rauw bereitet die Sommerkollektion 2021 von Marraine Kids vor - doch nicht mehr für ein großes Modehaus, die 32-Jährige macht jetzt ihr eigenes Ding. "Ich habe Mode studiert, in Halle/Westfalen und Düsseldorf gearbeitet. Da konnte ich auch zu den Produktionsstätten fahren", erklärt die Designerin. "Bei den Produktionsstätten in China und der Türkei habe ich festgestellt, dass es nicht das ist, was ich möchte. Es ist auch nicht die Mode, die ich vertreten kann. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, zurück zu kommen in die Heimat und mein eigenes Label zu gründen." Die Herbst-Winterkollektion 2020 ist fertig und wird in Kürze in ausgewählten Geschäften der Eifel erhältlich sein. Was auffällt: Bei Alexandra Rauw muss nachhaltige Mode zwar absolut ökologisch sein, aber ohne dies auszustrahlen. Es soll auch bunt und modern aussehen. Oder wie sie sagt: "nachhaltig cool". "Es soll schon trendy, modebewusst und verspielt für die Kinder sein. Ökologische Mode muss nicht immer auch so aussehen. Ich möchte das in eine neue Richtung bringen." Kleine und feine Mode für Kinder, auch was die Mengen betrifft. Ihre erste Kollektion, die Herbst-Winter-Kollektion, zählt immerhin zwölf Jungen- und zwölf Mädchen-Modelle. Von jedem gibt es 50 Stück - Klasse statt billige Massenware. Das hat natürlich seinen Preis, aber auch der soll fair sein. "Ich habe darauf geachtet, dass es vertretbar ist. Die Stücke werden etwa zehn bis 15 Euro teurer sein als die normalen Sachen in den Regalen. Dafür werde ich nicht mit den üblichen Margen arbeiten, damit der Kunde auch was davon hat." Und wer möchte, kann ihre Kinderkleider auch 'Second-Hand' weiterverkaufen. Denn Alexandra Rauw ist davon überzeugt, dass sie länger halten als billige Massenware. Momentan lässt Alexandra Rauw ihre Kollektionen in Portugal, Italien und Rumänien produzieren. Eine hunderprozentige europäische Produktion liegt ihr besonders am Herzen, da dadurch dank kürzerer Transportwege die Umwelt weniger belastet wird. [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Fotoshooting von "Marraine Kids" (Bild: Jessica Jost)[/caption]

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