Eupen 4700

Zwischen Resignation und Zuversicht: Seelsorgerat organisiert Vortragsabend zum hohen Alter

Mit welcher Haltung kann man dem hohen Alter begegnen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Vortrags- und Gesprächsabends, den der Seelsorgerat am 26. September organisiert. Impulsreferate von Fachleuten sollen zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema anregen.

"Hat der Herrgott mich vergessen?" Bemerkungen wie diese bekommt Annemie Ernst vom Seelsorgerat häufiger bei ihren Besuchsdiensten zu hören. Zusammen mit anderen Ehrenamtlichen kümmert sie sich um alte Menschen in ihrer Pfarre. Ihre Erfahrung sagt ihr, dass verschiedene Menschen sich schwer tun im hohen Alter und dass sich viele vor der Phase fürchten. Wie sollte man mit dieser Angst umgehen? Als Betroffener, aber auch als Familienangehöriger oder Bekannter? Der Seelsorgerat möchte anregen, sich mit dem Thema "hohes Alter" auseinanderzusetzen. Dazu hat er drei Fachleute eingeladen. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Andreas Wittrahm vom Caritasverband Aachen. Er bedauert, dass mit dem hohen Alter viele negative Vorurteile verbunden seien. Denn trotz aller Einschränkungen könne es eine sehr reiche und wichtige Lebensphase sein. Ob das hohe Alter als Geschenk oder als Last empfunden wird, hänge auch von der Haltung ab, so Wittrahm. Wer nicht mehr aktiv in der Arbeitswelt und Gesellschaft teilhabe, müsse auch nichts mehr beweisen, so Wittrahm. Das könne eine Chance sein. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, die früher nicht gegeben waren. Das hohe Alter biete aber nicht nur Chancen. Es halte auch einige Zumutungen bereit, räumt Wittrahm ein. Dazu gehören gesundheitliche Einschränkungen. Er sieht aber auch Wege zur Erfüllung. "Das gelingt natürlich nur, wenn ich mich von Ansprüchen löse". Die Einstellung "früher war alles besser" sorge hingegen dafür, dass dieser Weg verschlossen bleibe. Auch die Umgebung des alten Menschen kann ihren Beitrag leisten: die Familie, die Gemeinde, die Gesellschaft. Für die Kommunikation zwischen den Generationen empfiehlt Wittrah, so unverkrampft und so wenig rechthaberisch wie möglich zu sein. Sorgen um einander sollte man aussprechen. Neben den Impulsen von Prof. Wittrahm wird es noch weitere Referate geben: Die Psychologin Petra Thewes spricht über die Entwicklungsphasen im hohen Alter und Haltungen, die Autonomie und Wünsche fördern. Der Priester und Theologe Karl-Heinz Calles referiert zum Thema Altern als geistliche Aufgabe, den tieferen Sinn zu entdecken. Die Veranstaltung am 26. September beginnt um 19:30 Uhr im Altenpflegeheim St Joseph in Eupen. Der Unkostenbeitrag beträgt 5 Euro.

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