Eupen 4700

Keine Entbindung in Eupen: Wie eine Schwangere sich umorganisiert hat

Geburtsort: Heusy. Das werden wohl in Zukunft einige Kinder aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft in ihrem Personalausweis stehen haben. Ab dem 27. September werden dort nämlich die Geburten für unbestimmte Zeit durchgeführt und nicht in Eupen. Für Schwangere, die fest damit gerechnet hatten, in Eupen entbinden zu können, ein Stressfaktor. Sie müssen entweder das Angebot in Heusy annehmen oder sich eine andere Alternative suchen.

In gut drei Wochen kommt das Kind von Marina Kniebs und ihrem Mann zur Welt. Anfang Oktober wird ihr Sohn allerdings nicht in Eupen das Licht der Welt erblicken, wie es ursprünglich geplant war: "Es war tatsächlich so, dass wir von Anfang an in Eupen entbinden wollten. Wir hatten gesagt: Wenn es bei uns im Ort schon ein Krankenhaus gibt, dann wollen wir das auch nutzen." "Wir sind auch beide dort geboren worden. Als wir dann vor Kurzem gehört haben, dass die Entbindungsstation in Eupen schließen wird, haben wir sehr schnell uns damit abgefunden. Wir haben gesagt, wir gehen über die Grenze nach Deutschland. Das war für uns jetzt keine riesige Enttäuschung, wir wussten es ja früh genug und konnten jetzt noch umplanen." Sie haben sich für ein Krankenhaus in Aachen entschieden. Unter anderem weil das schnell erreichbar ist und weil dort nicht nur die Hebammen, sondern auch die Ärzte Deutsch sprechen. Die Organisation gestaltete sich nicht sehr aufwendig im Vorfeld: "Es ist nicht sehr kompliziert, aber man muss ein paar Sachen organisieren." "Man muss sich bei der Krankenkasse melden und einen S2-Schein beantragen. Mit dem kann man sich dann im Krankenhaus im Ausland anmelden. Das dauert dann auch schonmal ein paar Tage, ehe man den Schein bekommt. Die Entscheidung des Eupener Krankenhauses kam da für manche schon ein bisschen spät, weil man sich dann ja noch eine Alternative suchen muss. Aber es ist alles machbar und nicht mit super viel Aufwand verbunden." Auch Marina Kniebs hat Kontakt zu anderen Schwangeren. Sie erklärt, wie da der Tenor bezüglich der Schließung der Eupener Entbindungsstation ist: "Ganz unterschiedlich. Die, die erst später entbinden, sind gelassener, weil sie ja noch Zeit haben, sich damit abzufinden und umzuplanen." "Ich habe aber auch Bekannte, die genau in diesem Zeitraum zwischen dem 20. und 30. September ausgezählt sind. Für die ist es schwieriger, weil sie ja nicht wissen, ob das Kind zeitig kommt und sie nach Eupen können oder dann doch woanders hinmüssen. Die brauchen bis zum Schluss Plan A und Plan B." Marina Kniebs ist zufrieden mit ihrer Entscheidung, nach Aachen zu gehen. Für die Ankunft ihres Sohnes ist so gut wie alles vorbereitet. Jetzt heißt es nur noch abwarten.

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