Eupen 4700

Abwehr stärken: Natürliche Hilfsmittel für das Immunsystem

Corona, Grippe, Erkältungen - in diesem Herbst ist man besonders auf ein gutes Immunsystem angewiesen. Um die Abwehrkräfte zu stärken, gibt es eine ganze Reihe von natürlichen Mitteln: angefangen von der täglichen Bewegung an der frischen Luft bis hin zu abhärtenden Kneipp-Anwendungen. Auch Mineralien, Vitamine und Kräuter unterstützen das Immunsystem.

Noch ist kein Kraut gegen Corona gewachsen. Aber die Natur bietet einen reichen Schatz an Heilpflanzen, die helfen, die Abwehrkräfte zu stärken. Im Garten von Michaela Schumacher-Fank wachsen Kräuter, die für ihre antiviralen Eigenschaften bekannt sind. Zu den Klassikern gehören Salbei und Thymian. Als besonders immunstärkend gilt Echinacea, der rote Sonnenhut. Auch die Cistrose, eine mediterrane Pflanze, aktiviert das Immunsystem. "Man weiß aus wissenschaftlichen Forschungen, dass die eine virushemmende Wirkung hat. Man muss dazu sagen: Wir wissen natürlich nicht, ob diese Pflanze auch gegen Covid-19 wirkt. Dafür ist das Virus noch zu neu. Ich möchte auch ganz klar betonen, dass all die pflanzlichen Mittel, die ich vorstelle, in der Fachliteratur als virostatisch genannt werden, wir aber nicht wissen, inwieweit sie auf Covid-19 wirken. Die Chance ist allerdings groß, dass wir da auch eine Wirkung haben, und ich denke, wenn man das in einer guten Dosierung einnimmt, dann kann das nicht schaden", sagt Michaela Schumacher-Fank. Auch Knoblauch hilft, Keime vom Körper fernzuhalten. Das für die Abwehrkräfte so wichtige Vitamin C steckt in vielen heimischen Pflanzen - wie Hagebutte, Holunder, schwarzer Johannisbeere und Sanddorn, erklärt Michaela Schumacher-Fank: "Man muss beim Kauf darauf achten, dass man reine Ursäfte oder Muttersäfte kauft. Das ist nicht irgendein Nektar aus einem Konzentrat, der keinen Wert mehr hat, sondern das sind reine Presssäfte, und die findet man meistens im Bioladen." Auch äußerlich kann man den Körper widerstandsfähiger machen - zusätzlich zum Maskenschutz empfehlen Fachleute eine Mund- und Nasenpflege, damit die Schleimhäute nicht austrocknen. Zum Ölen der Nase nimmt man kalt gepresstes Oliven- oder Kokosöl, rät Michaela Schumacher-Fank, "weil man weiß, dass Kokosöl eine leicht virenhemmende Wirkung hat. Man nimmt ein bisschen und reibt sich jeden Tag die Nase damit ein, eventuell auch mehrfach. Das gibt schon einen Schutz."

Mundspülungen

Mundspülungen kann man laut Michaela Schumacher-Fank mit ätherischen Ölen selbst herstellen - am besten mit den eukalytpus- und zitronenartigen, denen man im Labor antivirale Eigenschaften nachweisen konnte (Rezept unten). Dass Mundspülungen allgemein hilfreich gegen Viren sind, haben kürzlich auch Wissenschaftler in Deutschland nachgewiesen, so Michaela Schumacher-Fank weiter: "Es hat interessante Studien gegeben dieses Jahr von verschiedenen Universitäten in Deutschland, die Mundspülungen unter die Lupe genommen haben und festgestellt haben, dass die klassischen Mundspülungen aus dem Supermarkt oder der Apotheke auch eine virenhemmende Wirkung haben." "Wenn man nach Hause geht, nachdem man unter vielen Leuten, in öffentlichen Verkehrsmitteln war, sollte man den Mund ausspülen, damit die Keime nicht weiter eindringen. Das Problem bei diesen klassischen Mundspülungen ist, dass sie auch die gute Mundflora ein wenig schädigen. Man sollte es nur machen, wenn es nötig ist. Hingegen sind ätherische Öle etwas milder, wenn man sie sanft dosiert. Da kann man dann öfter mal eine Mundspülung machen." Ganz einfach lassen sich mit ätherischen Ölen auch Raumsprays herstellen, die ebenfalls Unterstützung geben (Rezept unten). Ob Eukalyptus, Myrte, Lemongrass oder Citronella - der Duft sollte gefallen, rät die Expertin. Das hebt die Stimmung. Nicht zuletzt ist auch das seelische Wohlbefinden wichtig für die Abwehrkräfte. Um beides zu stärken, braucht der Mensch viel frische Luft und Sonnenlicht. Raus in die Natur ist deshalb auch ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit - nicht nur in Corona-Zeiten.

Nützliche Informationen

• Vitamin-C-reiche Pflanzen Acerolakirsche, Hagebutten, Schwarze Johannisbeeren, Holunderbeeren, Sanddorn, Sauerkraut, Grünkohl, und andere • Aktivierung des Immunsystems mit Rotem Sonnenhut (Echinacea purpurea) "Schaukeltherapie" als Kur zur Vorbeugung: Drei Mal täglich Einnahme eines Echinacea-Präparats nach Angabe auf der Verpackung des Präparats während fünf Tagen, zwei Tage Pause, fünf Tage Einnahme und so weiter. Über fünf bis sechs Wochen, danach mehrere Wochen Pause einlegen. • Nasenschleimhaut pflegen Einölen der Nase mit kalt gepresstem Kokosöl, falls nicht vorhanden mit nativem Olivenöl • Auswahl von Heilkräutern mit keimhemmenden Eigenschaften Cistrose, auch Cistus oder Cystus (Cistus incanus), Thymian (Thymus vulgaris), Salbei (Salvia officinalis), Knoblauch (Allium sativum) • Ätherische Öle mit virenhemmenden Eigenschaften Beim Kauf auf 100-prozentiges naturreines Öl achten! Eukalyptus (Eukalyptus globulus) - nicht für Kinder und Schwangere geeignet, Zitroneneukalyptus (Eukalyptus citriodora), Ravintsara (Cinnamomum camphora) - nicht für Kinder und Schwangere geeignet, Myrte (Myrtus communis), Cajeput (Melaleuca cajeputi), Lemongrass (Cymbopogon flexuosus), Citronella (Cymbopogon nardus), Litsea (Litsea cubeba), Zitrone (Citrus limon)

Rezept für eine Mundspülung

100 g Salz (Meersalz oder Steinsalz) in ein Schraubglas geben. 2 TR eines der obenstehenden ätherischen Öle aufträufeln (oder je 1 Tropfen von 2 Sorten). Gut vermischen und ein wenig durchziehen lassen. Einen knappen halben Teelöffel der Salzmischung mit einem Glas lauwarmem Wasser verrühren. Mund spülen und gurgeln nach Kontakt mit anderen Menschen.

Rezept für einen Raum- oder Maskenspray

Insgesamt 20 TR von einem oder mehreren oben genannten ätherischen Ölen in eine leere Sprühflasche von 50 ml träufeln. Flasche mit 50 ml neutralem Schnaps von ca. 40% Vol. Alk. auffüllen (Wodka, Doppelkorn, …). Vor jedem Gebrauch gut schütteln. Zur Raumluftdesinfektion in den Raum sprühen. Alternativ 1-2 Sprühstöße auf die Außenseite einer Maske geben und ein paar Minuten vor dem Tragen eintrocknen lassen.

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