Burg-Reuland 4790

Gemeinde Burg-Reuland: Letztes Hindernis vor Luxemburg für lokale Betriebe

Marion Dhur ist eine der beiden Bürgermeisterinnen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Gemeinde Burg-Reuland ist eine Durchfahrtsgemeinde und die finanzielle Lage alles andere als rosig. Marion Dhur beschreibt im BRF-Interview, was ihr wichtig ist und wie sie sich im Amt der Bürgermeisterin eingelebt hat.

2017 wurde sie zum ersten Mal als Bürgermeisterin vereidigt. Die Arbeit sei zeitintensiv, mache aber viel Spaß. Seit dem Beginn der neuen Legislaturperiode vor gut einem Jahr, besteht das Gemeindekollegium in Burg-Reuland aus drei Frauen und einem Mann. Diese Zusammensetzung sei ungewöhnlich, aber man ergänze sich gut im Gemeindekollegium. Mit anderen Bürgermeistern tauscht Marion Dhur sich regelmäßig aus. Einmal im Monat findet ein Treffen statt. Beim Holzverkauf Anfang Dezember 2019 hat die Gemeinde mehr eingenommen, als sie kalkuliert hatte. Die Gemeinde besitzt weniger Holz als die Gemeinden Amel und Büllingen und ist weniger abhängig vom Holzverkauf. Das Problem der klammen Kassen ist in Burg-Reuland nicht neu. Es fehlt hinten und vorne an Geld, erklärt die Bürgermeisterin. Burg-Reuland müsse gut kalkulieren, wo es Geld investiert, damit alle Bürger einen Vorteil davon haben. Die Durchfahrtsgemeinde Burg-Reuland sei für die Betriebe das letzte Hindernis vor Luxemburg. Viele Geschäftsführer aus der Gemeinde ziehe es nach Luxemburg, weil die Lohnkosten dort niedriger sind. 2020 wird die Gemeinde in den Bereich Wasser investieren: in Commanster, von wo die Gemeinde ihr Wasser bezieht, und in die Aufbereitungsanlage in Braunlauf. Es gibt Planungen für eine neue Feuerwehrhalle und für den Wegeabschnitt Kreuzberg zwischen Grüfflingen und Thommen. Zu den geplanten Wohneinheiten einer Versicherungsgesellschaft hatte es Beschwerden gegeben. Inzwischen wurde die Parzellierung aber - mit den Anmerkungen der Gemeinde und der Bürger - genehmigt, erklärt Marion Dhur. Friedhofskomitees unterhalten die Friedhöfe der Gemeinde Burg-Reuland. Im letzten Jahr hat ein Friedhofskomitee den Wunsch geäußert, Urnengräber anzubringen. Die Gemeinde hat daraufhin das Material zur Verfügung gestellt und das Friedhofskomitee hat die Arbeiten gemacht. Urnenbeisetzungen sind in Grüfflingen, Dürler, Weisten und Oudler möglich. Andere Ortschaften sollen folgen. Die Gemeinde Burg-Reuland brauche Zuschüsse, um Projekte zu stemmen. So auch der Mitfahrparkplatz in Grüfflingen. Für den Mitfahrparkplatz gibt die Provinz Lüttich einen Zuschuss von 100.000 Euro. Mit der Kirchenfabrik wurde ein Erbpachtvertrag abgeschlossen, weil das Gelände ihr gehört. Mit dem Junggesellenverein, der seinen Saal dort hat, wurde sich geeinigt. Mit der ärztlichen Versorgung sehe es in der Gemeinde mittlerweile besser aus: Es gibt zwei praktizierende Hausärzte und seit dem 1. Dezember 2019 eine "Zweigstelle" des St. Vither Ärztehauses in Oudler. Sonja Houscheid und Nadja Kaut hatten im Sommer 2019 erstmals eine Ferienbetreuung für Kinder organisiert. Die Resonanz war sehr gut und die Gemeinde möchte 2020 zwei Wochen anbieten. Für das neue Jahr wünscht Marion Dhur sich mehr Zusammenarbeit auf Gemeindeebene, in der DG und in Belgien sowieso. Ohne Zusammenarbeit sei es nicht möglich, große Erfolge zu erzielen. Jeder solle sich auf die wirklich wichtigen Dinge besinnen.

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