Raeren 4730

Einbrechern keine Chance geben

Kaum beginnt die dunkle Jahreszeit, sind auch die Einbrecher nicht weit. In Ostbelgien treiben derzeit wieder mehrere Einbrecherbanden ihr Unwesen, davon gehen jedenfalls die Eupener Staatsanwaltschaft und die Polizeizone Weser-Göhl aus. Umso wichtiger ist es, wachsam zu sein und sich zu schützen.

Nur wenige Handgriffe – und schon ist der Einbrecher drin. Schnell und nahezu geräuschlos. Um das möglichst zu vermeiden, kann man sich bei der Polizeizone Weser-Göhl in Eupen beraten lassen, worauf es beim sicheren Wohnen ankommt. "Da gibt es drei wichtige Leitlinien: die guten Gewohnheiten, resistente Schlösser und die Elektronik, sprich Alarmanlage und Videoüberwachung", erklärt Polizeiinspektorin Marita Brüls vom Büro für Kriminalitätsvorbeugung der Polizeizone Weser-Göhl. "Womit jeder bei sich zuhause schonmal anfangen kann, sind die guten Gewohnheiten, d.h. ich schließe meine Türen ab und ich lasse keine Fenster auf Kippstellung, wenn ich das Haus verlasse. Wenn ich in Urlaub fahre, rede ich mit meiner Verwandtschaft, Nachbarn und Freunden, die mich dabei unterstützen, mein Haus belebt aussehen zu lassen." Das Haus bewohnt aussehen lassen - das gilt vor allem auch jetzt in der dunklen Jahreszeit. "Gegen 17 Uhr sind die meisten Leute noch auf dem Nachhauseweg von der Arbeit, aber es ist schon dunkel. Dann ist es wichtig, dass ich den Anschein erwecke, dass jemand zuhause ist." "Ich arbeite dann mit Zeitschaltuhren, die ich an die Beleuchtung koppele. Auch Rollläden können zu programmierten Zeiten rauf und runter fahren. Ich lasse vielleicht auch mal das Radio an, wenn ich abends das Haus verlasse, so dass der Täter sich die Frage stellt, ob jemand im Haus ist oder nicht - dann geh ich doch lieber ein Haus weiter und schreite nicht zur Tat." [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Bild: Melanie Ganser/BRF[/caption] Die Polizei setzt außerdem auch auf die sogenannten Nachbarschafts-Informationsnetzwerke. Rund ein Dutzend gibt es in der Polizeizone-Weser Göhl. Hauptkoordinator der Nachbarschaftshilfe Raeren ist seit rund 15 Jahren Edgar Esser. "Die Nachbarschaftshilfe existiert in Raeren schon seit über 20 Jahren und wurde immer weiter entwickelt. Am Anfang wurden die Nachrichten über Telefon weitergegeben, mittlerweile arbeiten wir viel mehr mit einer Mail- statt einer Telefonliste. Ich bekomme die Informationen vom Vortag jeden Morgen von der Polizei und verschicke dann meine Meldungen." Rund 900 Haushalte in der Großgemeinde Raeren sind dem Verteiler von Edgar Esser angeschlossen, hinzu kommen noch rund 300 Haushalte in Kelmis. "Man wird aufmerksamer, wenn man die Nachrichten bekommt und hört, dass eingebrochen worden ist in der Gemeinde oder Nachbargemeinde. Wir informieren auch flächendeckend, d.h. selbst die Einbrüche von Eupen werden in unserer Gemeinde weitergegeben."

Polizei verständigen

Andere wiederum setzen beim Informationsaustausch lieber auf Facebook-Gruppen, wie die "Einbruchmelder Ostbelgien". Doch Polizeiinspektorin Marita Brüls mahnt zur Vorsicht. "Einerseits ist es gut: Die Leute sind wachsam und aktiv. Aber in unseren Augen ist es wichtiger, dass derjenige, der irgendetwas gesehen hat, das direkt der Polizei meldet", erklärt Brüls. "Wenn irgendwelche Fotos gepostet werden oder Videomaterial, wo Personen oder Fahrzeuge mit dem dazugehörigen Kennzeichen zu erkennen sind, ist das sehr vorsichtig zu bewerten. Man sollte das nicht einfach in sozialen Netzwerken posten. Man möchte ja nicht, dass eine unerwünschte Hetzjagd entsteht, denn man weiß ja nicht, ob es der Täter ist oder nicht. Viel wichtiger ist es, diese Daten zur Polizei zu bringen."

Diebstahlprävention

Wer sich gegen Einbrüche wappnen möchte, erhält außerdem auch Hilfe von der Polizei. "Es gibt Berater für Diebstahlprävention. Das sind in der Regel Polizisten, die eine spezialisierte Ausbildung erfahren haben. Wir bieten den Dienst an, dass wir zu Privatleuten und Unternehmen gehen, und dort vor Ort und Stelle Beratungsgespräche führen." "Wir weisen auf Schwachstellen hin, zeigen auf, wie man sich schützen kann, was gut und weniger gut ist, wie man verschiedene Elemente verstärken kann oder worauf bauwillige Personen von vornherein achten müssen." Wer sicher durch die dunkle Jahreszeit kommen will, der sollte die Tipps der Polizei in jedem Fall ernst nehmen.

Nachbarschaftshilfe Raeren

Und wer sich dem Nachbarschafts-Informationsnetzwerk der Großgemeinde Raeren anschließen will, kann sich per Mail an Edgar Esser wenden (raeyha.nbh@gmail.com) und wird so zeitnah informiert, wenn ein Einbruch in der Gemeinde, Raeren, Kelmis oder der Stadt Eupen begangen wurde. [caption id="" align="aligncenter" width="590"] Bild: Melanie Ganser/BRF[/caption]

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